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Dienstunfähigkeit als Beamter. Was wirklich passiert, wenn du nicht mehr kannst.

Viele Beamte glauben, im Ernstfall automatisch abgesichert zu sein. Die Realität sieht anders aus, besonders für Anwärter und Beamte auf Probe. Wir erklären dir, was Dienstunfähigkeit für dich konkret bedeutet und wie du dich richtig absicherst.

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Das musst du als Beamter wissen.

Dienstunfähig bist du, wenn du aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr in der Lage bist, deinen Dienst auszuüben. Klingt einfach, ist es aber nicht.

  • Die Entscheidung trifft der Dienstherr: nicht du und nicht dein Arzt.
  • Grundlage ist ein amtsärztliches Gutachten. Es kann von der Einschätzung deiner eigenen Ärzte abweichen.
  • Dienstunfähigkeit ist nicht gleich Berufsunfähigkeit. Das sind zwei völlig unterschiedliche rechtliche Tatbestände.
  • Eine klassische BU-Versicherung zahlt im Ernstfall möglicherweise nicht, wenn keine echte DU-Klausel enthalten ist.

Was du vom Dienstherrn wirklich bekommst.

Die staatliche Versorgung hängt von deinem Status, deiner Dienstzeit und der Ursache der Dienstunfähigkeit ab.

Beamte auf Widerruf (Anwärter)

Wirst du in der Ausbildung dienstunfähig, wirst du in der Regel entlassen. Einen Anspruch auf Ruhegehalt hast du nicht, du wirst lediglich in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Dein Einkommen fällt praktisch komplett weg. Ausnahme ist ein Dienstunfall: Dann greift die Unfallfürsorge.

Beamte auf Probe

Nur wenn die Dienstunfähigkeit auf einen Dienstunfall oder eine Beschädigung im Dienst zurückgeht, musst du in den Ruhestand versetzt werden und erhältst ein Ruhegehalt, nach einem Dienstunfall ein Unfallruhegehalt. Bei Krankheit oder einem Unfall in der Freizeit entscheidet der Dienstherr nach Ermessen, und ohne erfüllte Wartezeit von fünf Jahren gibt es kein Ruhegehalt. In der Regel folgt die Entlassung.

Beamte auf Lebenszeit

Nach mindestens fünf Jahren Dienstzeit hast du Anspruch auf Ruhegehalt, mindestens auf die Mindestversorgung. Die liegt beim Bund 2026 bei rund 2.200 Euro brutto im Monat, in den Ländern teils darunter oder darüber. Davon gehen noch Steuern sowie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab.

Die Wartezeit von fünf Jahren zählt ab dem ersten Tag im Beamtenverhältnis, also auch die Zeit als Anwärter im Vorbereitungsdienst oder im dualen Studium als Beamter auf Widerruf. Ein reguläres Studium vor der Verbeamtung zählt dafür nicht. Gesetzliche Grundlage sind unter anderem § 4 Beamtenversorgungsgesetz und § 28 Beamtenstatusgesetz; die Länder haben eigene, ähnliche Regelungen.

Deine Versorgung auf einen Blick.

Was du vom Dienstherrn bekommst, hängt von zwei Dingen ab: deinem Status und der Ursache der Dienstunfähigkeit.

UrsacheAnwärterProbeLebenszeit
Krankheit oder Freizeitunfall
AnwärterEntlassungkein Ruhegehalt, nur Nachversicherung in der Rentenversicherung
ProbeIn der Regel EntlassungRuhegehalt nur nach Ermessen und mit 5 Jahren Wartezeit
LebenszeitRuhegehaltab 5 Jahren Dienstzeit, mindestens Mindestversorgung
Dienstunfall
AnwärterUnfallfürsorgeLeistungen nach Dienstunfallrecht
ProbeRuhestandmit Unfallruhegehalt
LebenszeitRuhestandmit Unfallruhegehalt
keine VersorgungVersorgung, oft deutlich unter dem EinkommenVersorgung nach Dienstunfallrecht

Warum die falsche Versicherung im Ernstfall nicht zahlt.

Viele Beamte haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung und halten sich damit für abgesichert. Das ist ein gefährlicher Irrtum.

  • BU zahlt, wenn du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst, nach den Maßstäben des Versicherers.
  • DU-Klausel zahlt, wenn dein Dienstherr dich wegen Dienstunfähigkeit entlässt oder in den Ruhestand versetzt.

Das Problem: Ein Beamter kann vom Dienstherrn für dienstunfähig erklärt werden und trotzdem noch in der Lage sein, einen anderen Beruf auszuüben. Ohne echte DU-Klausel prüft der Versicherer dann selbst und kann die Leistung ablehnen.

Besonders wichtig für Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug: Hier gibt es eine besondere Dienstunfähigkeit, etwa die Polizeidienstunfähigkeit. Du bist dann für den Vollzugsdienst nicht mehr geeignet, kannst aber in der Verwaltung weiterarbeiten. Eine allgemeine DU-Klausel greift in diesem Fall nicht, nur eine spezielle Klausel für deinen Vollzugsdienst.

Am Anfang ist das Risiko am größten.

Das klingt paradox, ist aber die Realität: Wer jung und gesund ist, denkt selten an Dienstunfähigkeit. Dabei ist genau diese Phase die kritischste.

  • Keine oder nur minimale Versorgungsansprüche gegenüber dem Dienstherrn.
  • Kein Ruhegehalt bei Entlassung, nur Nachversicherung in der Rentenversicherung.
  • Gesundheitliche Probleme können später zu Ausschlüssen oder Ablehnungen führen.
  • Je früher du einsteigst, desto günstiger sind die Beiträge.
  • Ein früher Abschluss sichert deinen Gesundheitszustand von heute.

Häufige Fehler bei der DU-Absicherung.

In über 11 Jahren Beratung sehen wir diese Fehler immer wieder:

  • BU ohne echte DU-Klausel abgeschlossen: zahlt im Ernstfall möglicherweise nicht.
  • Im Vollzugsdienst nur eine allgemeine DU-Klausel statt der speziellen Klausel für Polizei, Feuerwehr oder Justizvollzug.
  • Schwache oder unklare Vertragsformulierungen, bei denen der Versicherer im Leistungsfall Lücken findet.
  • Absicherung nicht an Statuswechsel angepasst: Was als Anwärter passte, reicht auf Lebenszeit oft nicht mehr.
  • Zu niedrige Absicherungshöhe gewählt, um Beitrag zu sparen.
  • Bestehende Verträge nie geprüft: Viele wissen nicht, was ihr Vertrag im Ernstfall wirklich leistet.

Häufige Fragen zur Dienstunfähigkeit

Bin ich als Beamter bei Dienstunfähigkeit automatisch abgesichert?

Nicht ausreichend. Die staatliche Versorgung hängt von deinem Status, deiner Dienstzeit und der Ursache ab. Anwärter und Beamte auf Probe haben bei Krankheit oder Freizeitunfall in der Regel keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Beamte auf Lebenszeit erhalten nach fünf Jahren Dienstzeit mindestens die Mindestversorgung, die oft weit unter dem gewohnten Einkommen liegt.

Was ist die Wartezeit von fünf Jahren?

Ein Ruhegehalt gibt es grundsätzlich erst, wenn du mindestens fünf Jahre Dienstzeit abgeleistet hast. Die Zeit zählt ab der ersten Berufung ins Beamtenverhältnis, also auch als Anwärter. Ohne erfüllte Wartezeit gibt es ein Ruhegehalt nur, wenn die Dienstunfähigkeit durch einen Dienstunfall oder eine Beschädigung im Dienst entstanden ist.

Was bekomme ich als Beamter auf Probe nach einem Freizeitunfall?

In der Regel nichts vom Dienstherrn. Eine Versorgung ist nur vorgeschrieben, wenn die Dienstunfähigkeit auf den Dienst zurückgeht. Bei einem Freizeitunfall oder einer Krankheit kann der Dienstherr dich entlassen; du wirst dann nur in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.

Wie hoch ist die Mindestversorgung für Beamte?

Beim Bund liegt die amtsunabhängige Mindestversorgung 2026 bei rund 2.200 Euro brutto im Monat. Nach einem Dienstunfall ist die Mindestversorgung höher. Die Länder haben eigene Werte. Von dem Betrag gehen noch Steuern sowie Kranken- und Pflegeversicherung ab.

Reicht meine Berufsunfähigkeitsversicherung aus?

In vielen Fällen nicht. Eine klassische BU zahlt nur bei Berufsunfähigkeit, nicht automatisch bei Dienstunfähigkeit. Nur mit einer echten DU-Klausel bist du als Beamter wirklich abgesichert, im Polizeivollzug zusätzlich mit einer speziellen Klausel für die Polizeidienstunfähigkeit.

Was ist eine spezielle DU-Klausel für Polizei und Feuerwehr?

Im Vollzugsdienst kannst du für deinen speziellen Dienst untauglich werden, aber weiter in der Verwaltung arbeiten. Dann bist du nicht allgemein dienstunfähig, und eine normale DU-Klausel zahlt nicht. Eine spezielle Klausel leistet bereits bei Polizeidienst- oder Feuerwehrdienstunfähigkeit.

Was kostet eine Absicherung gegen Dienstunfähigkeit?

Das hängt von Alter, Gesundheitszustand, Beruf, Status und gewünschter Absicherungshöhe ab. Grundsätzlich gilt: Je früher du einsteigst, desto günstiger sind die Beiträge und desto weniger können dir Gesundheitsfragen zum Problem werden.

Kann ich meinen bestehenden Vertrag prüfen lassen?

Ja, und das ist eine der sinnvollsten Dinge, die du tun kannst. Viele Beamte wissen nicht, ob ihr Vertrag eine echte DU-Klausel enthält oder was im Ernstfall tatsächlich gezahlt wird. Genau dafür ist die kostenlose Beamten-Analyse da.

Okan Ertas

Geprüft von Okan Ertas, Versicherungskaufmann (IHK) und unabhängiger Versicherungsmakler, spezialisiert auf Beamte. Stand: November 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung; Regeln unterscheiden sich je nach Dienstherr.

Klär jetzt, wie du im Ernstfall wirklich abgesichert wärst.

Nicht irgendwann. Jetzt, solange du gesund bist und die Wahl hast. Wir prüfen kostenlos, ob deine Absicherung greift und welche Lösung zu deinem Status passt.