Start Beamte Polizei Berlin

Versicherungen für Polizisten in Berlin. Vom ersten Tag an der Akademie bis zur Pension.

Bei der Polizei Berlin hängt deine Absicherung davon ab, in welcher Laufbahn du startest und wo du gerade stehst. Heilfürsorge, Beihilfe, Polizeidienstunfähigkeit und Strafverfahren nach Einsätzen: Wir erklären dir, was in welcher Phase wirklich zählt.

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Deine Absicherung in jeder Phase.

Was du brauchst, hängt bei der Polizei Berlin stark von Laufbahn und Status ab.

Ausbildung im mittleren Dienst

Du erhältst freie Heilfürsorge und brauchst noch keine Krankenversicherung. Wichtig sind jetzt eine Anwartschaft für die spätere PKV (mit Vorerkrankungen über die Öffnungsaktion, Frist sechs Monate), die Pflegepflichtversicherung und eine Absicherung bei Dienstunfähigkeit. Als Anwärter hast du keinen Anspruch auf Pension.

Studium im gehobenen Dienst

An der HWR bekommst du von Beginn an Beihilfe. Du brauchst sofort eine private Krankenversicherung, die genau zum Berliner Beihilfesatz passt. Anwärtertarife sind günstig, der spätere Wechsel in den Beamtentarif muss aber sauber geregelt sein.

Nach der Ernennung

Ab Probe gilt für alle Beihilfe. Wer aus der Heilfürsorge kommt, muss lückenlos in die PKV wechseln oder sich innerhalb von fünf Monaten für die pauschale Beihilfe entscheiden. Jetzt ist auch der Moment, DU-Schutz und Rechtsschutz zu prüfen.

Krankenversicherung: Was Berlin anders macht.

Die Berliner Beihilfe hat Besonderheiten, die dein PKV-Tarif kennen muss.

PersonBeihilfe BerlinRest privat
Aktive Beamte50 %50 %
Aktive Beamte mit zwei oder mehr Kindern70 %30 %
Berücksichtigungsfähige Ehe- oder Lebenspartner70 %30 %
Kinder80 %20 %
Pensionäre70 %30 %
  • Keine Wahlleistungen: Chefarzt und Zweibettzimmer zahlt die Berliner Beihilfe nicht. Willst du sie, müssen sie zu 100 Prozent privat versichert sein.
  • Keine Kostendämpfungspauschale: Berlin zieht dir keinen jährlichen Eigenanteil von der Beihilfe ab.
  • Pauschale Beihilfe als Alternative: Statt PKV kannst du die GKV wählen und bekommst die Hälfte des Beitrags. Die Entscheidung ist unwiderruflich.

Polizeidienst­unfähigkeit: das unterschätzte Risiko.

Bei Polizisten reicht schon weniger als bei anderen Beamten, um aus dem Dienst zu fallen.

Für den Vollzugsdienst gelten besondere gesundheitliche Anforderungen. Erfüllst du sie dauerhaft nicht mehr, kann der Dienstherr dich für polizeidienstunfähig erklären, auch wenn du im Büro noch voll arbeiten könntest. Eine Knieverletzung beim Einsatztraining oder eine Belastungsreaktion nach einem schweren Einsatz reichen dafür unter Umständen aus.

  • Als Anwärter hast du bei Dienstunfähigkeit in der Regel keinen Anspruch auf Pension.
  • Auf Probe droht die Entlassung, das Ruhegehalt ist in den ersten Jahren gering.
  • Eine klassische BU zahlt nicht, wenn du noch einen anderen Beruf ausüben könntest.

Achte deshalb auf eine Absicherung mit echter Klausel zur Polizeidienstunfähigkeit, und zwar möglichst früh, solange deine Gesundheitsangaben noch sauber sind. Alle Details findest du in unserem Ratgeber Dienstunfähigkeit.

Nach dem Einsatz angezeigt: Wer zahlt den Anwalt?

Eine Anzeige wegen Körperverletzung im Amt kann jeden Polizisten treffen. Die Anwaltskosten trägst du ohne Absicherung selbst.

  • Strafrechtsschutz: auch bei Vorsatzvorwürfen, nicht nur bei Verkehrsdelikten. Sonst bist du im wichtigsten Fall nicht versichert.
  • Disziplinarrechtsschutz: Ein Disziplinarverfahren läuft oft parallel zum Strafverfahren und kann sich über Jahre ziehen.
  • Dienstrechtsschutz: für Streit mit dem Dienstherrn um Beurteilung, Beförderung oder Versetzung.
  • Diensthaftpflicht: Bei grober Fahrlässigkeit kann dich der Dienstherr in Regress nehmen, etwa für einen verlorenen Dienstschlüssel oder Schäden an Ausrüstung und Dienstfahrzeug.

Rechtsschutz und Haftpflicht sollten möglichst bei verschiedenen Versicherern liegen, damit im Ernstfall kein Interessenkonflikt entsteht. Mehr dazu im Ratgeber Diensthaftpflicht & Rechtsschutz.

Häufige Fragen von Polizisten in Berlin

Bekomme ich bei der Polizei Berlin freie Heilfürsorge?

Als Anwärter im mittleren Dienst der Schutzpolizei ja, aber nur während der Ausbildung. Mit der Ernennung zum Beamten auf Probe wechselst du in die Beihilfe und brauchst ab dem ersten Tag eine passende private Krankenversicherung oder die GKV mit pauschaler Beihilfe. Im gehobenen und höheren Dienst erhältst du von Beginn an Beihilfe.

Was ist eine Anwartschaft und brauche ich die?

Mit einer Anwartschaft reservierst du dir während der Heilfürsorge schon heute einen PKV-Tarif mit deinem jetzigen Gesundheitszustand. Wirst du in der Ausbildung krank oder verletzt, kann dich das sonst bei der späteren Gesundheitsprüfung teuer zu stehen kommen. Für Anwärter im mittleren Dienst ist sie aus unserer Sicht ein Muss. Hast du Vorerkrankungen, kannst du sie über die Öffnungsaktion abschließen, aber nur innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Heilfürsorge.

Muss ich während der Heilfürsorge eine Pflegeversicherung abschließen?

Ja. Die Pflegepflichtversicherung ist nicht Teil der Heilfürsorge. Du musst sie selbst abschließen und bezahlen, auch schon in der Ausbildung.

Reicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Polizisten?

In vielen Fällen nicht. Bei Polizisten entscheidet der Dienstherr, ob du polizeidienstunfähig bist. Das kann schon der Fall sein, wenn du die besonderen gesundheitlichen Anforderungen des Vollzugsdienstes nicht mehr erfüllst, obwohl du im Innendienst noch arbeiten könntest. Eine klassische BU zahlt dann oft nicht. Du brauchst eine Absicherung mit echter Klausel zur Polizeidienstunfähigkeit.

Wer zahlt meinen Anwalt, wenn ich nach einem Einsatz angezeigt werde?

Ohne passende Rechtsschutzversicherung zahlst du ihn selbst, und zwar unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Wichtig ist ein Strafrechtsschutz, der auch Vorsatzvorwürfe wie Körperverletzung im Amt abdeckt, dazu Disziplinar- und Dienstrechtsschutz. Viele Standardverträge haben genau diese Bausteine nicht.

Ich bin bei der Bundespolizei in Berlin. Gilt das auch für mich?

Nur teilweise. Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei erhalten Heilfürsorge, solange sie Besoldung beziehen, also während der gesamten aktiven Dienstzeit. Erst im Ruhestand wechselst du in die Beihilfe. Dafür ist eine große Anwartschaft wichtig. Wir beraten auch Bundespolizisten, die Rechnung sieht nur anders aus.

Okan Ertas

Geprüft von Okan Ertas, Versicherungskaufmann (IHK) und unabhängiger Versicherungsmakler in Berlin, spezialisiert auf Beamte. Stand: November 2026. Die Angaben gelten für Polizeivollzugsbeamte des Landes Berlin. Für die Bundespolizei gelten eigene Regeln. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung.

Lass uns deine Absicherung einmal komplett durchgehen.

Egal ob du an der Polizeiakademie startest, gerade ernannt wurdest oder seit Jahren im Dienst bist: Wir prüfen, was du hast, was fehlt und was du dir sparen kannst. Kostenlos und unverbindlich.